Grußwort von Prof. Dr. M. P. Manns

Herzlich Willkommen auf unseren Internetseiten!


Forschung ist ein Staffellauf. Eine Generation von Wissenschaftlern gibt ihr Wissen an die nächste weiter. Unzählige Krankheiten sind auf diesem Wege bereits geheilt worden. Aber je mehr wir lernen, desto mehr neue Fragen werfen sich auf. Die aktuelle medizinische Forschung ist dadurch meist hochspezialisiert und ihr Nutzen für den Menschen nur noch mit eigenem medizinischem Fachwissen zu verstehen. Kein befriedigender Zustand. Deshalb setzen wir immer wieder alles daran, in verständlicher Weise zu erklären, warum und woran wir forschen. Natürlich auch hier im Internet auf unser Webseite.

Herzlichst,
Ihr Michael P. Manns

Warum wir forschen

Auch wenn die medizinische Forschung gerade in den letzten 100 Jahren beachtliche Fortschritte gemacht hat, gibt es immer noch heimtückische Krankheiten, derer wir nicht Herr werden. Krebs und Hepatitis sind zwei allgemein bekannte Beispiele. Befällt eine derartige Erkrankung ein Organ im menschlichen Körper, kann dies dazu führen, dass das erkrankte Organ versagt. Stellt sich zudem heraus, dass die Funktion dieses Organs mit allen medizinischen Mitteln nicht wieder herstellbar ist, bleibt den Patienten häufig nur noch die Transplantation als letzter Ausweg. Dieser Ausweg rettet den Patienten das Leben, aber er ist immer noch ein nicht ganz einfacher Weg. Viel gibt es hier noch zu erforschen und zum Wohle der Patienten zu verbessern. Die verabreichten Medikamente nach einer Transplantation haben zum Beispiel leider noch beträchtliche Nebenwirkungen, zudem ist die Lebenszeit der Spenderorgane begrenzt.

Wir wollen, dass alle Patienten nach einer erfolgreichen Tranplantationsoperation noch ein langes und gesundes Leben vor sich haben. Vielleicht gelingt es uns zudem. den Bedarf an Transplantationen generell zu verringen, indem wir das Versagen von Organgen im menschlichen Körper durch bestimmte Erkrankungen verhindern können. Darum forschen wir.

Woran wir forschen

Der Sonderforschungsbereich 738 der Medizinischen Hochschule Hannover befasst sich mit der Optimierung konventioneller und innovativer Transplantate. Was bedeutet das?

Ein Transplantat ist zum Beispiel ein Organ, dass einem verstorbenen Organspender entnommen und einem lebenden Organempfänger eingepflanzt wird. Ein Transplantat kann aber auch Knochenmark sein, welches in flüssiger Form Patienten verabreicht wird, die an Blutkrebs erkrankt sind.

Jede Transplantation ist dabei mit Risiken und Nebenwirkungen verbunden. So kann das transplantierte Organ vom Körper des Organempfängers bekämpft werden, weil es als Fremdkörper erkannt wird. Diese sogenannte Abstoßungsreaktion gilt es zu verhindern. Dazu werden nach der Transplantation Medikamente verabreicht, die das Immunsystem des Patienten eindämmen. Denn das Immunsystem ist für die Abstoßungsreaktion des transplantierten Organs verantwortlich. Leider verliert das Immunsystem durch seine medikamentöse Eindämmung auch einen Teil seiner lebensnotwendigen Funktionen wie zum Beispiel die Bekämpfung von Grippeviren. Diese Eindämmung des Immunsystems ist ein großes Thema. Sie gilt es deutlich zu verbessern, damit das Immunsystem weiter seine Arbeit machen kann und ein transplantiertes Organ trotzdem nicht abgestoßen wird.

Jede Organtransplantation ist mit Risiken und Nebenwirkungen verbunden. Der Optimierungsbedarf ist beträchtlich. Dabei ist die Operationstechnik an sich das weitaus geringere Forschungsfeld. Es geht um das Davor und Danach. Und es geht nicht nur um Organe im klassischen Sinne (Herz, Lunge, Niere, Leber), sondern auch um das wichtige Feld der Stammzellentransplantation. Hier liegen in der Forschung die Hoffnungen unzähliger Leukämiepatienten.