SFB 738 erhält DFG-Förderung für weitere vier Jahre

05.02.2016

Den Sonderforschungsbereich (SFB) 738 „Optimierung konventioneller und innovativer Transplantate“ fördert die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) für weitere vier Jahre – mit 12,5 Millionen Euro. Entsprechend erfreut zeigte sich SFB-Sprecher Prof. Dr. M. P. Manns nach Bekanntgabe der Entscheidung.

In dem seit 2007 bestehenden Verbund arbeiten Wissenschaftler der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) gemeinsam mit Forschern des Helmholtz Zentrums für Infektionskrankheiten (HZI) in Braunschweig. „Unser Ziel ist es, dass transplantierte Organen lange funktionieren und, dass wir neue alternative Therapien zur Organtransplantation finden. Zudem ist es wichtig, die Bevölkerung offen über die Chancen der Transplantation zu informieren, damit die Bereitschaft zur Organspende in Deutschland wieder ansteigt“, sagt Professor Dr. Michael Manns, Direktor der MHH-Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Endokrinologie.

In den ersten beiden Förderperioden konnten die Forscher zahlreiche Erkenntnisse gewinnen – zum Beispiel zur „Graft versus Host-Reaktion“. Dabei richten sich transplantierte Immunzellen des Spenders gegen Organe des Empfängers, was zum Tod des Empfängers führen kann. Die Wissenschaftler erfuhren auch mehr über „Graft versus Tumor-Reaktionen“, bei der gespendete Immunzellen Blutkrebs-Zellen zerstören, die trotz Chemotherapie und Bestrahlung im Körper des Patienten überlebt haben. Zudem konnten Mechanismen entschlüsselt werden, die zur Organabstoßung führen und molekulare und zelltherapeutische Therapien als Alternativen zur klassischen Organtransplantation entwickelt werden. Die Ergebnisse führten zu neuen Methoden der Erkennung von Abstoßungen oder Immuntoleranz sowie zu neuen klinischen Studien. Die Studien haben folgende Ziele: Transplantate sollen mit gezielter reduzierter Immunsuppression langfristig im Körper des Empfängers überleben, es sollen Zelltherapien sowie Gentherapien für patienteneigene Stammzellen entwickelt werden als Alternative zur klassischen Organtransplantation.

In den nächsten vier Jahren stehen die Mechanismen der Immuntoleranz, Organalterung und Immunreaktionen nach Stammzelltransplantation im Mittelpunkt. Zudem sollen alternative Therapien entwickelt werden: „Der Organmangel stellt die Gesellschaft vor enorme Probleme, die nur durch die Entwicklung alternativer Therapien unter Einsatz der Gen- und Stammzelltechnologie gelöst werden können“, sagt Professor Manns.

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